Podcast Rückblick: 4 Vorhersagen über den Tod der Website

Podcast Rückblick: 4 Vorhersagen über den Tod der Website

Mittwoch, April 28, 2021
David Welsh

Telefonzellen. Disketten. Pager. MySpace. Fast jede veraltete Innovation galt einst als unverzichtbarer Bestandteil des täglichen Bedarfs, der solange anhielt wie sich die Welt weiter drehte. Aber sehen Sie sie jetzt an: staubig, fern, nur in der sepiagetönten Sprache der Nostalgie beschrieben.

Aber bei der Website ist es anders, richtig? Wie könnte das Internet überhaupt ohne Websites existieren? Nun, Gefährte, es ist Zeit, sich auf den Weg zu machen und uns auf unserer gefährlichen Suche nach der nicht allzu fernen Zukunft des Digitalen zu begleiten. Mach Sie sich gefasst.

  1. Ja, wirklich: Eine websitelose Zukunft

    Als die Sprachsuche die große Neue Sache war (zusammen mit Google Glass und verschiedenen Iterationen von Alexa und Siri), stellten Internetuser plötzlich fest, dass sie viele verschiedene Möglichkeiten hatten, Informationen zu erhalten und sogar Transaktionen durchzuführen – Augmented Reality, Apps, soziale Medien, Sprache – ohne jemals eine konventionelle Website besuchen zu müssen.

    Diese Verschiebung führte dazu, dass die seit langem etablierte serviceorientierte Architektur (die Technologie, die das Netz antreibt) stärker von APIs und Webdiensten abhängig wird, um Informationen von einem Punkt zum anderen zu portieren. Im Gegenzug gewinnen kopflose Content-Management-Systeme (CMS) und API-gesteuerte Plattformen an Bedeutung. Diese Tools sind effektive Datendepots, in denen Inhalte gespeichert werden, die Usern auf einem vollständig separaten System (z.B. Social) präsentiert und von diesen verwendet werden. Anstelle einer herkömmlichen „Push“-Veröffentlichungsmethode bereiten und kennzeichnen die Entwickler Inhalte vor, die anschließend in das Ökosystem „gezogen“ und verbreitet werden.

    In der Praxis könnte dies eine Firma sein, die bestimmte Arten von Inhalten per API-Aufruf zur Verfügung stellt. Dieser Inhalt geht dann überall, wo er benötigt wird hin, einschließlich dezentraler und verteilter Endpunkte wie Einzelhandelskioske, Tankstellenanzeigen und Sprachsuchergebnisse. Diese Liste potenzieller Endpunkte ist umfangreich – und enthält nicht unbedingt Websites.

  2. Ein Suchriese, der sie alle regiert

    Es ist vielleicht unüberraschend, dass Google ein persönliches Interesse am Untergang der Website zu haben scheint. Nach allem, haben sie bereits den Klick so weit wie möglich entfernt, bieten End-to-End User Erfahrungen durch Kartenergebnisse, dem Knowledge Panel und strukturierte Snippets an. Es war Googles M.O. seit geraumer Zeit. Aber warum?

    Seattle, USA - 4. Februar 2020: Ein Einbahnstraßenschild durch das neue Google-Gebäude im South Lake Union-Gebiet am späten Tag.

    Einerseits muss es einen finanziellen Anreiz für den Suchriesen geben. Es ist bekannt, Impressionen und Interaktionen zu monetarisieren – selbst wenn solche Funktionen anfänglich kostenlos zur Verfügung gestellt werden – und kann letztendlich bei jeder erdenklichen Transaktion zum Mittelsmann werden.

    Andererseits könnte Google altruistische Absichten haben. Wenn Geschwindigkeit und UX wirklich im Mittelpunkt der Entscheidungen von Google stehen (siehe: Accelerated Mobile Pages oder AMP), warum dann einen weiteren Klick hinzufügen? Ist es für User nicht bequemer, ihre Aufgaben zu erledigen, ohne jemals zu einer völlig separaten Site durchklicken zu müssen, die möglicherweise oder auch nicht die Anforderungen eines Users erfüllt?

  3. Der Inhalt wird dahin gehen wo er benötigt wird

    Gemietete Medien sind keine eigenen Medien. Gänzlich abhängig von Drittanbieter Endpunkten und nicht von Ihrer eigenen Website bedeutet, dass Sie sogleich und vollständig dem Verantwortlichen ausgeliefert sind – und wie wir wissen, haben Facebook, Instagram, Amazon und andere keine Bedenken, mit ihren eigenen Werbetreibenden zu konkurrieren.

    Doch auch ohne den Besitz Ihrer eigenen Medien, besitzen und kontrollieren Sie dennoch, was Sie an die Welt senden. Sie erstellen immer noch Nachrichten, verfeinern Inhalte und sammeln Informationen. Der wahre Vorteil ist die Verbreitung. Sie müssen nicht länger herumsitzen und darauf warten, dass Leute zu Ihnen kommen; Ihre Firma geht dahin, wo sie benötigt und erwartet wird.

    Animiertes GIF, das zeigt, wie Googles Responsive Search Ads (RSAs) generiert werden

    Quelle: Google

    Daher können sich Googles Responsive Search Ads – jetzt das standardmäßige Anzeigenformat – als Vorgeschmack auf die Zukunft erweisen. Werbetreibende geben die richtigen Datenpunkte an Google weiter, die anschließend basierend auf allen relevanten Signalen die richtige Anzeige für den richtigen User aufgrund der richtigen Eigenschaft erstellt. Eine websitelose Zukunft würde dem gleichen Prinzip in einem viel größerem Maßstab folgen, wobei markengeprüfte Puzzleteile weiter in den Äther hineindringen.

  4. Begrüßen Sie die Plattformisierung

    Für Unternehmen außerhalb der Fortune 500 verspricht ein digitales Ökosystem aus Plattformen Eigenschaften, Funktionen und Reichweite auf eine weitaus raffiniertere Weise, als sie unabhängig voneinander erreichen könnten. Tatsächlich ist das beste Beispiel bereits bei uns: Mit Google My Business (GMB) können User nicht nur Standorte finden, sondern auch sehen, wie beschäftigt ein Unternehmen ist, einen Tisch reservieren und direkt über ein Listing interagieren. Firmen jeder Größe müssen nicht mehr in die Infrastruktur investieren oder ein Modul oder Widget auf der Website warten. Plattformisierung drängt Firmen zuzugeben, dass es ihnen nichts ausmacht, bestimmte Verantwortlichkeiten aufzugeben, da die Sache es wert ist.

    Okay, Google sieht so aus, als würde es bestimmte Aspekte von GMB später monetarisieren wollen. Aber Facebook hat dasselbe getan, und es hat sich im Laufe der Geschichte als tragfähiges Geschäftsmodell erwiesen (machen Sie sie süchtig, erhöhen Sie den Preis). Letztendlich werden makroökonomische Faktoren bestimmen, inwieweit dies geschieht. Wenn genug Leute bereit sind zu zahlen, dann wird es gezahlt; Wenn es kostenlos sein muss, dann wird es kostenlos sein. Das Gleichgewicht wird sich von selbst einstellen.

Sollten Firmen auch 2021 noch in Websites investieren?

Kurz gesagt, ja. Der Tod der Website wird schon seit einigen Jahren angekündigt, aber wird dies das Jahr sein, in dem es geschieht? Nein, nächstes Jahr? Nein. Irgendwann? Ja, aber Infrastrukturänderungen benötigen Zeit. Im Gegensatz zum Ende der Drittanbieter Cookies können Google und andere große Spieler nicht einfach aufhören, Websites aufzunehmen, da nur wenige Firmen bereit sind, die Alternative zu nutzen. Es wird mindestens noch einige Jahre dauern – und selbst dann wird es der Tod der Website sein, wie wir sie kennen, kein Massenaussterbeereigniss.

Holen Sie sich die ganze Story in unserer apokalyptischen Episode und tauchen Sie in das Podcast-Archiv ein, um weitere verlockende Einblicke in die Zukunft des Marketings zu erhalten.