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Die neue Altersüberprüfung: Was Altersbeschränkungen in sozialen Medien für Marken und Werbetreibende bedeuten

Kurz gesagt: Durch Altersbeschränkungen in sozialen Medien wird der Jugendschutz zu einem Faktor, der bei der Mediaplanung, der Zielgruppenansprache, der Messung und der Markensicherheit berücksichtigt werden muss. Da Regierungen zunehmend von der Selbstregulierung der Plattformen zu einer durchsetzbaren Altersüberprüfung übergehen, können Marken nicht mehr davon ausgehen, dass soziale Plattformen auch weiterhin offene, messbare und optimierbare Umgebungen bleiben, um jüngere Zielgruppen zu erreichen. Dieser Wandel spiegelt die wachsende Besorgnis darüber wider, wie sich algorithmische Feeds, personalisierte Werbung, Influencer-Inhalte und Direktnachrichten auf jüngere Nutzer auswirken können, die möglicherweise anfälliger für Beeinflussung und Online-Gefahren sind. Die Vorschriften sind je nach Markt noch uneinheitlich, doch die Richtung ist klar: Der Zugang für Jugendliche, die Ausrichtung auf Jugendliche und mediale Umgebungen im Umfeld von Jugendlichen werden zunehmend eingeschränkt, datenschutzsensibler und in der Planung komplexer. Erfahren Sie, warum altersbeschränkte Mediaplanung sowohl zu einer Priorität im Jugendschutz als auch zu einer Herausforderung für die Resilienz über den gesamten Funnel hinweg für Marken und Werbetreibende wird. In den sozialen Medien gab es schon immer Mindestalterregelungen, doch diese wurden in der Vergangenheit eher als Plattformrichtlinien denn als verbindliche regulatorische Vorgaben behandelt. Das beginnt sich nun zu ändern, da der Gesetzgeber von den Plattformen verlangt, nachzuweisen, dass sie Minderjährige identifizieren, den Zugang zu bestimmten Bereichen einschränken und Risiken im Zusammenhang mit algorithmischen Feeds, personalisierten Anzeigen, Direktnachrichten und auf Jugendliche zugeschnittenen Inhalten reduzieren können. Die Absicht dahinter ist wichtig: Jüngere Zielgruppen entwickeln erst noch das kritische Urteilsvermögen, das sie benötigen, um mit überzeugenden Inhalten, kommerzieller Beeinflussung und sozialem Druck im Internet umzugehen. In dieser neuen Realität kann eine strengere Altersüberprüfung dazu beitragen, sicherere digitale Umgebungen zu schaffen – insbesondere da Plattformen und Werbetreibende einer größeren Rechenschaftspflicht dafür unterliegen, wie Minderjährige erreicht und beeinflusst werden. Für Werbetreibende geht es dabei um mehr als nur die Einhaltung von Vorschriften. Es könnte die Art und Weise neu gestalten, wie Marken Zielgruppen aufbauen, Kreativkonzepte entwickeln, Kanäle auswählen, die Leistung messen und den Markenwert in Umgebungen schützen, in denen junge Menschen präsent, in der Nähe oder bewusst ausgeschlossen sind. Das Ziel besteht nicht darin, Jugendschutzmaßnahmen zu umgehen, sondern sich verantwortungsbewusst an eine Medienlandschaft anzupassen, in der Zugang, Einwilligung, Zielgruppenansprache und Rechenschaftspflicht neu definiert werden. Australien setzt Maßstäbe bei Altersbeschränkungen in sozialen Medien Australien ist zum globalen Maßstab für diese neue Regulierungswelle geworden. Die dortigen Altersbeschränkungen für soziale Medien verpflichten Plattformen mit Altersbeschränkungen dazu, angemessene Maßnahmen zu ergreifen, um zu verhindern, dass Australier unter 16 Jahren Konten eröffnen – wodurch das Thema von den Nutzungsbedingungen der Plattformen hin zu durchsetzbaren Altersprüfungen verlagert wird. Der entscheidende Wandel betrifft die Verantwortung. Anstatt sich hauptsächlich darauf zu verlassen, dass Nutzer ihr Alter selbst angeben, verlangen die Regulierungsbehörden von den Plattformen, dass sie nachweisen, über Systeme, Prozesse und Kontrollmechanismen zu verfügen, mit denen der Zugriff durch Minderjährige eingeschränkt werden kann. Dies wirft operative Fragen für die Plattformen auf, führt aber auch zu weiteren Planungsfragen für Werbetreibende, die auf diese Plattformen angewiesen sind, um Reichweite, Optimierung und Einblicke in die Zielgruppe zu erzielen. Es ist unwahrscheinlich, dass das australische Modell anderswo eins zu eins kopiert wird, doch es hat die globale Debatte verändert, indem es den Zugang von unter 16-Jährigen zu sozialen Medien zu einer zentralen politischen Frage gemacht hat und nicht mehr nur eine Nischendebatte über Kindersicherheit ist. Die Richtlinien zu Altersbeschränkungen entwickeln sich in den verschiedenen Märkten uneinheitlich Der globale Trend ist eindeutig, doch die Vorschriften sind nicht überall gleich. Einige Märkte erwägen vollständige Zugangsbeschränkungen; andere verschärfen die Vorschriften zur Altersüberprüfung, zur elterlichen Zustimmung, zum Datenschutz für Jugendliche, zur Rechenschaftspflicht der Plattformen oder zur Werbung, ohne jedoch ein vollständiges Verbot zu verhängen. MarktAktuelle Entwicklungen für Marken und WerbetreibendeUSAEs gibt kein einheitliches bundesweites Social-Media-Verbot, sondern ein sich rasch entwickelndes Flickwerk aus einzelstaatlichen Regelungen. Florida beispielsweise schränkt Social-Media-Konten für Kinder unter 14 Jahren ein und verlangt die Zustimmung der Eltern für 14- und 15-Jährige.KanadaEin vorgeschlagener Bundesgesetzentwurf (Bill -34) würde strengere Vorschriften zur Online-Sicherheit schaffen und könnte eine Altersüberprüfung oder Altersschätzung vorschreiben, um zu verhindern, dass unter 16-Jährige Konten auf bestimmten Plattformen führen.GroßbritannienDas Land strebt strengere Schutzmaßnahmen für unter 16-Jährige an, wobei Ofcom voraussichtlich eine zentrale Rolle bei der Durchsetzung, der Altersüberprüfung und der Rechenschaftspflicht der Plattformen spielen wird.SpanienEines der deutlichsten europäischen Beispiele für eine vorgeschlagene Zugangsbeschränkung zu sozialen Medien für unter 16-Jährige, wobei eine wirksame Altersüberprüfung im Mittelpunkt der Diskussion steht.DeutschlandKein vollständiges Verbot, aber hohe Erwartungen an den Jugendschutz durch nationale Regulierung und Verpflichtungen auf EU-Ebene. Der Schwerpunkt liegt eher auf Datenschutz, Sicherheit und der Rechenschaftspflicht der Plattformen.FrankreichFrankreich hat bereits ein „Digital-Majority“-Rahmenwerk eingeführt, das die Zustimmung der Eltern für Kinder unter 15 Jahren zur Nutzung sozialer Netzwerke vorschreibt, wobei die Debatte über strengere Schutzmaßnahmen weitergeht.EuropaDer EU-Gesetzentwurf zu digitalen Diensten (DSA) schränkt bereits die Möglichkeiten von Plattformen ein, Werbung auf der Grundlage von Profiling zu schalten, wenn sie mit hinreichender Sicherheit wissen, dass der Nutzer minderjährig ist. Dieser europäische Kontext spielt eine Rolle. Im Rahmen des Gesetzes über digitale Dienste (Digital Services Act) sollten Werbetreibende nicht nur auf vollständige Verbote achten. Selbst in Ländern ohne umfassende Zugangsbeschränkungen für soziale Medien wird die Ausrichtung auf Jugendliche zunehmend eingeschränkt, stärker reguliert und mit einem höheren Reputationsrisiko verbunden. Das bedeutet auch, dass Marken die Regulierung auf zwei Ebenen im Blick behalten müssen: Wer hat Zugang zu einer Plattform, und was dürfen Werbetreibende tun, sobald Nutzer dort sind? Das sind miteinander verbundene Fragen, aber sie sind nicht identisch. Die Frage der Umsetzung ist noch offen Auch wenn die Regulierung immer ehrgeiziger wird, bleibt die Umsetzung kompliziert. Plattformen wie Meta, TikTok, Snapchat und andere schränken bereits viele Targeting-Optionen für Minderjährige ein, doch das bedeutet nicht, dass jüngere Nutzer über Nacht aus den Zielgruppen der Plattformen verschwinden. Dies ist ein wichtiger Vorbehalt. Die Altersüberprüfung ist kein einfacher Schalter, der Minderjährige sauber von Erwachsenen trennt. Stattdessen hängt sie von Altersindikatoren, Nutzerverhalten, Plattformdesign, Datenschutzbestimmungen, technischen Überprüfungsmethoden, Verfahren zur Einholung der elterlichen Zustimmung und den Durchsetzungskapazitäten ab. Insbesondere in den USA könnte das Fehlen eines einheitlichen bundesweiten Standards zu einem stärker fragmentierten Betriebsumfeld führen, in dem Plattformen, Werbetreibende und Rechtsabteilungen je nach Bundesstaat unterschiedliche Verpflichtungen einhalten müssen. Für Marken lautet die Erkenntnis: Man sollte nicht davon ausgehen, dass die Unsicherheit bei der Durchsetzung das Risiko beseitigt. Vielmehr erfordert die Medienplanung im Jugendbereich eine strengere Steuerung, eine klarere Dokumentation und mehr Flexibilität, da sich die Richtlinien der Plattformen und die lokalen Vorschriften weiterentwickeln. Die Auswirkungen auf Werbetreibende gehen über die Reichweite bei Jugendlichen hinaus Für Werbetreibende liegt die unmittelbare Auswirkung auf der Hand: Der Zugang zu jüngeren Zielgruppen könnte auf den großen sozialen Plattformen eingeschränkt werden. Die weiterreichenden Auswirkungen gehen jedoch über die Reichweite bei Jugendlichen hinaus. Altersbeschränkungen könnten sich darauf auswirken, wie Marken ihre Kampagnen über den gesamten Trichter hinweg planen, ausrichten, messen und optimieren. Zu den wichtigsten Auswirkungen zählen: Eingeschränkter Zugang zu Zielgruppen unter 16 oder unter 18 Jahren auf den großen sozialen Plattformen Strengere Beschränkungen bei personalisiertem Targeting und der Profilerstellung von Minderjährigen Größere Messlücken, wenn Plattformen weniger altersbezogene Daten erheben oder offenlegen Verstärkte Kontrolle bei auf Jugendliche ausgerichteten Werbemitteln, Influencer-Partnerschaften, Gaming- und Unterhaltungsinhalten Gesteigerte Erwartungen an die Markensicherheit für Werbetreibende, die sich an jugendliche Zielgruppen richten Eine wahrscheinliche Verlagerung des Medienmixes hin zu kontextbezogenen Videos, CTV, Retail Media, Suchmaschinenwerbung, lokaler Entdeckung, familienfreundlichen Publishern sowie Zielgruppen aus dem Kreis der Eltern oder Erziehungsberechtigten Die Messung könnte sich als besonders schwierig erweisen. Wenn Plattformen die Menge der altersbezogenen Daten reduzieren, die sie erheben, offenlegen oder Werbetreibenden zur Nutzung zur Verfügung stellen, könnten Marken mit einer schwächeren Zielgruppendiagnostik, weniger Optimierungshebeln und geringerer Sicherheit darüber konfrontiert sein, wer tatsächlich erreicht wurde. Dies könnte die Bedeutung von Inkrementalität, Media-Mix-Modellierung, kontextbezogener Leistungsanalyse und datenschutzkonformer Berichterstattung erhöhen. Die Steuerung von Werbemitteln und Influencern wird an Bedeutung gewinnen Bei der altersbezogenen Planung geht es nicht nur um Targeting-Einstellungen. Es geht auch darum, welche Botschaft das Werbemittel vermitteln soll, wer darin auftritt, welche Influencer beteiligt sind und wo der Inhalt voraussichtlich verbreitet wird. Marken sollten mit einer genaueren Prüfung von Kampagnen rechnen, die zwar nicht explizit auf Minderjährige abzielen, aber dennoch auf jugendorientierte Signale setzen: Gaming-Ästhetik, Creator-Formate, Fandom-Sprache, Momente aus dem Schulalltag, Unterhaltungsangebote für Teenager oder plattformspezifische Trends, die bei jüngeren Zielgruppen beliebt sind. Gleiches gilt für Influencer-Partnerschaften, bei denen Markeninhalte das Publikum über Empfehlungssysteme, Reposts, Kommentare und Fan-Communities erreichen können – und zwar auf eine Weise, die schwerer zu kontrollieren ist als bezahlte Mediaplatzierungen. Das bedeutet nicht, dass Marken kulturell relevante Inhalte vermeiden sollten. Es bedeutet vielmehr, dass sie klarere Regeln benötigen, wann jugendorientierte Inhalte angemessen sind, für welche Zielgruppen sie bestimmt sind, welche Plattformen geeignet sind und wie Risiken vor der Veröffentlichung geprüft werden. Wie sich Marken jetzt vorbereiten sollten Marken sollten diese neue Realität als eine Frage der Medienresilienz über den gesamten Funnel hinweg betrachten. Da soziale Plattformen für Minderjährige immer stärker eingeschränkt werden, benötigen Marken Strategien, die nicht auf die direkte Ansprache von Jugendlichen angewiesen sind. Das bedeutet eine stärkere kontextbezogene Planung, eine intelligentere Steuerung der Kreativmaßnahmen, datenschutzkonforme Messung, eine bessere Koordination von Paid Media sowie eine widerstandsfähigere Suchoptimierung und lokale Sichtbarkeit. Die Marken, die sich jetzt Flexibilität aufbauen, sind besser aufgestellt, falls die Plattformregeln schnell verschärft werden. Ein praktischer Vorbereitungsplan sollte bei den Grundlagen ansetzen: Verstehen, wo jugendliche Zielgruppen derzeit im Medienplan vorkommen, welche Kampagnen auf altersbasiertes Targeting setzen, welche kreativen Inhalte als jugendorientiert angesehen werden könnten und welche Messkonzepte von den Altersdaten der Plattformen abhängen. Marketingteams sollten sich zunächst folgende Fragen stellen: Welche Kampagnen sind derzeit auf den direkten Zugang zu Zielgruppen unter 16 oder unter 18 Jahren angewiesen? Wo werden jugendliche Zielgruppen indirekt über Influencer, Unterhaltungsinhalte, Gaming oder kontextuelle Nähe erreicht? Welche Märkte sind den strengsten regulatorischen Auflagen ausgesetzt oder weisen das sich am schnellsten verändernde politische Umfeld auf? Können Kreativteams zwischen jugendrelevanten, familienrelevanten und auf Erwachsene ausgerichteten Botschaften unterscheiden? Verfügen die Medienteams über Alternativen, falls die Reichweite in sozialen Medien, die Zielgruppenansprache oder die Messung stärker eingeschränkt werden? Sind sich die Teams für Markensicherheit, Rechtsfragen, Datenschutz und Medien einig darüber, was „jugendnah“ für das Unternehmen bedeutet? Es geht nicht darum, Innovationen zu bremsen, sondern ein Mediasystem aufzubauen, das über genügend Vielfalt, Governance und Messdisziplin verfügt, um regulatorischen Veränderungen standzuhalten. Möchten Sie eine Mediastrategie entwickeln, die in einem stärker regulierten, datenschutzbewussten und altersbeschränkten Umfeld erfolgreich ist? Wenden Sie sich an DAC, um zu erfahren, wie unsere integrierten Teams für Media Suche, Analytik und Strategie Ihnen helfen können, sich sicher an die neuen Gegebenheiten anzupassen.

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